2019

Wie die Gesundheitsbranche Influencer für sich entdeckt

Influencer haben sich etabliert, sie erreichen zum Teil ein Millionenpublikum mit ihren Themen. Aber auch mit gekauften Inhalten, denn Unternehmen haben sie als Werbeträger entdeckt. Einige von ihnen kassieren dafür Honorare im sechsstelligen Bereich.* Influencer-Marketing wird auch für Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich zunehmend interessant.

Der Trend ist deutlich: Die sozialen Medien werden immer stärker zum Kanal der Information und des Austauschs über Gesundheitsthemen. Wer in diesem Bereich mitreden will, wird auch im Netz aktiv. Ob Krankenkasse, Pharmaunternehmen oder Politiker. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn beispielsweise nutzt die sozialen Medien. Seit Mai 2011 ist er bei Twitter aktiv und hat heute über 84.000 Follower.

Potenzial der sozialen Medien

Krankenhäuser oder Pharmahersteller passen auf den ersten Blick nicht in die glamouröse Welt der Influencer auf Instagram, YouTube und Facebook. Doch das Marketing mit bekannten Personen ist auch für sie eine Chance, die Aufmerksamkeit für die eigenen Produkte zu erhöhen und bestimmte Zielgruppen zu erreichen. Mit einer erfolgreichen Social-Media-Arbeit haben Krankenhäuser etwa die Möglichkeit, ihre Arbeitsweise transparent und nahbar offenzulegen. Auf diese Weise erhöhen die Kliniken ihre Reputation bei Patienten und als Arbeitgeber bei Bewerbern. Auch für Pharmaunternehmen haben Kampagnen mit einflussreichen Markenbotschaftern enormes Potenzial. Kim Kardashian, mit 134 Millionen Abonnenten auf Instagram eine der bekanntesten Werbebotschafterinnen, bewarb 2016 ein Präparat gegen Müdigkeit und erhöhte die Aufmerksamkeit für das Produkt in den sozialen Medien um 500 Prozent.**

YouTube beliebtester Social-Media-Kanal beim Thema Medizin

Dass Gesundheitsthemen in den sozialen Netzwerken zunehmend gesucht und gelesen werden, zeigt der noch unveröffentlichte Social Media Atlas 2019 des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF). Ein Viertel der deutschen Internetnutzer informiert sich demnach auf YouTube über Medikamente und Therapien. 21 Prozent nutzen Foren, 17 Prozent Blogs. YouTube und Foren werden von mehr als jedem Zehnten sogar auch angesteuert, wenn es um die Entscheidung für ein Medikament oder eine Therapie geht.

Doch sind die großen Namen der Influencer-Szene nicht unbedingt geeignet für jedes Unternehmen und jedes Produkt. Das hängt auch von der Zielgruppe ab. Bei einem Medikament gegen Müdigkeit gestaltet sich die Suche nach einem Werbegesicht vergleichsweise leicht. Bei ernsteren Themen ist das anders. Entscheidend sind vor allem die Glaubwürdigkeit und ein authentisches Auftreten. Daher können auch Gesichter aus den „eigenen Reihen“ ideale Multiplikatoren sein. Mitarbeiter, die über ihre Social-Media-Kanäle einen Einblick in ihren Arbeitsalltag ermöglichen. Oder auch Patienten, die offen über ihre Krankheit und ihre Erfahrungen in einer Einrichtung oder mit einer Therapie berichten.

                                           

*) https://betablogr.de/influencer-marketing-fur-versorgende-gesundheitsunternehmen-7946

**) https://www.epharmainsider.com/kann-influencer-marketing-in-der-pharma-branche-funktionieren/

***) https://www.healthrelations.de/influencer-marketing-in-kliniken/


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