2018

Gesund auf digitale Art

Die Digitalisierung verändert unsere Welt – auch im Gesundheitswesen

Mal ehrlich: Bestimmt kennen auch Sie bereits jemanden, der Tag und Nacht ein sogenanntes „Wearable“ trägt – also ein Armband oder ein Gadget zum Anstecken, das permanent Gesundheitsdaten sammelt. Haben Sie wohlmöglich selbst schon eines? Die Geräte sind der ultimative digitale Trend, denn sie versprechen dem Träger mehr Kontrolle über sein alltägliches Verhalten. Es wundert also nicht, dass das Thema Gesundheit derzeit der Haupttreiber für Wearables und Smartphone-Apps auf dem deutschen Markt ist.

Spielerisch Gesundheit fördern

Doch warum sind die digitalen Begleiter selbst bei Sportmuffeln plötzlich so beliebt? Weil sie etwas können, was selbst der beste Ernährungsberater oder Personal Coach nicht leistet: den Spieltrieb befriedigen. Zwar will man in erster Linie den eigenen Körper besser im Griff haben, die tägliche Schrittmenge erhöhen, das Ess-Verhalten und den Schlaf optimieren – aber Spaß machen soll das Ganze natürlich auch. Die Prävention ist somit eine erwünschte „Nebenwirkung“, auch und gerade im Wettbewerb mit Gleichgesinnten. Das steigert die Motivation und spornt dazu an, immer besser zu werden.1 Ich sehe in Wearables deshalb eine große Chance für ein gesünderes Leben. Und so auch in Apps fürs Smartphone, die es Patienten leichter machen, mit einer bisweilen schweren Erkrankung zu leben. Ein wichtiger Antrieb für die Entwicklung der UCB Patienten-Apps, mit denen wir darüber hinaus auch Ärzte unterstützen möchten.

Denn angesichts steigender Gesundheitskosten und anspruchsvoller Patienten stehen selbst versierteste Experten unter wachsendem Erfolgsdruck. Durchdachte Gesundheits-Apps können ihnen dabei helfen, Behandlungen zu strukturieren, Zeit zu sparen und vor allem ihre Patienten aktiv in die Therapie miteinzubeziehen. Schließlich können die digitalen Gesundheits-Partner nicht nur dokumentieren und kontrollieren, dank telemedizinischer Anbindung erleichtern sie dem ärztlichen Personal auch die Arbeit. Telemedizin ist der Trend im Gesundheitssektor und wird durch das Versorgungsstrukturgesetz der gesetzlichen Krankenkassen bewusst gefördert.

Mehr Verständnis für den Alltag von Erkrankten

Doch eine App ist nur dann wirklich gut, wenn sie versteht, was Behandelnde und Patienten tatsächlich brauchen. Wir haben uns deshalb mit Fachärzten zusammengesetzt und sinnvolle, leicht zu bedienende Apps entwickelt: Der EPI-Manager soll Epilepsie-Patienten dabei unterstützen, ein aktives Leben zu führen. Er bietet viele praktische Funktionen wie das Tagebuch, mit dem sich Befinden und Verlauf festhalten lassen oder eine direkte E-Mail-Anwendung zur unmittelbaren Information des Arztes. Der Patient kann sich darüber hinaus automatisch an die Einnahme von Medikamenten erinnern oder die Dosis seiner Arzneimittel per Zeitzonenrechner anpassen lassen, wenn er sich zum Beispiel auf Reisen begibt. Natürlich immer in enger Absprache mit dem behandelnden Arzt. Sollte dieser fehlen, kommt die Arzt-Suche zum Einsatz. Sie findet Experten und weitere Ansprechpartner in der Nähe. Unsere zweite Entwicklung heißt RLS Monitor, eine App für Patienten mit Restless-Legs-Syndrom. Neben wichtigen Informationen und Unterstützung im Umgang mit Beschwerden bietet sie Betroffenen eine Reihe von wertvollen Funktionen. Dazu gehören das Tagebuch, die Symptomerfassung, Erinnerungsfunktionen und noch vieles mehr. Im Bereich der Immunologie können wir neben der App RheumaLive (für Patienten mit Rheumatoider Arthritis) und AxSpALive (für Patienten mit Axialer Spondyloarthritis) auch die App PsALive (für Patienten mit Psoriasis Arthritis) anbieten. Die Apps ermöglichen eine Übersicht aller Daten, Medikamente und Begleiterkrankungen. Sie stellen den Krankheitsverlauf anhand der eingegebenen Werte dar und erinnern den Patienten an die Medikamenteneinnahme, rechtzeitig an das Packungsende und anstehende Arzttermine. Sofern dem Arzt die Daten vorliegen, kann er durch das konsequente und detaillierte Monitoring die Therapie entsprechend anpassen.

Diese digitalen Könner sind unser Beitrag zu einem leichteren Umgang mit Erkrankungen und erst der Anfang auf dem Weg zu mehr persönlicher Nähe und Verständnis. Es werden weitere Personal Health Assistants folgen, die den Alltag von Patienten und Ärzten noch leichter machen. Für mich eröffnet diese Entwicklung Perspektiven auf einen ganz neuen Kontakt zum Menschen. Denn kennen Patienten heute von einem Pharmaunternehmen meist nicht viel mehr als das Logo auf der Tablettenschachtel, so schafft ein gutes digitales Gesundheitsmanagement Chancen auf direkte Verbindungen von Mensch zu Mensch.2

Quellen:

1) SAP.com: Zukunftsmarkt Wearables im Gesundheitswesen

http://news.sap.com/germany/zukunftsmarkt-wearables-im-gesundheitswesen/

2) CHEManager-online.de: Digitalisierung in der Pharmaindustrie

http://www.chemanager-online.com/themen/strategie/digitalisierung-der-pharmaindustrie


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