2018

Warum Psoriasis-Patienten noch mehr Unterstützung brauchen

Schuppige, gerötete Haut an Armen und Beinen, unerträglicher Juckreiz – damit haben Menschen mit Schuppenflechte zu kämpfen. Häufig leiden die Betroffenen fast ebenso sehr unter der Reaktion auf ihr äußeres Erscheinungsbild. Immer wieder erleben sie, dass Mitmenschen sich abwenden. Denn immer noch ist der Irrglaube verbreitet, die Hautkrankheit sei ansteckend oder Folge mangelnder Hygiene.

Unwissenheit und Ablehnung prägen den Blick auf die Krankheit noch immer. Das beginnt schon bei der Krankheitsbezeichnung: So wissen laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf 70 Prozent der Deutschen nicht, was Psoriasis ist. Immerhin ist 79 Prozent bekannt, dass Schuppenflechte nicht ansteckend ist. Dennoch können sich 47 Prozent der Befragten nicht vorstellen, einen an Psoriasis erkrankten Lebenspartner zu haben. 31 Prozent haben sogar Bedenken, in ein Schwimmbad zu gehen, das auch Menschen mit Schuppenflechte besuchen.*

Bei den Betroffenen bleibt das nicht folgenlos. Der psychische Aspekt gilt längst als „zweite Krankheit“, unter der die Betroffenen sogar noch mehr leiden als unter den Entzündungen und dem Juckreiz, die mit der Psoriasis verbunden sind. Der Name der Krankheit leitet sich von dem altgriechischen Wort „psora“ für Schorf ab.

Weltweit leiden schätzungsweise 125 Millionen Menschen an den Beschwerden. Dazu zählen bei 43 Prozent auch schwere Depressionen** In Deutschland sind rund zwei Prozent der Bevölkerung betroffen, das sind mehr als 1,6 Millionen Menschen. Psoriasis beruht auf einer genetischen Veranlagung und ist nicht heilbar.

Arzneimittelforschung macht kontinuierlich Fortschritte

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Schuppenflechte 2014 als fünfte nichtinfektiöse Krankheit in die Liste besonders schwerer Erkrankungen aufgenommen. Damit verpflichten sich die WHO-Mitgliedsstaaten dazu, Psoriasis genauso viel Beachtung zu schenken wie Atemwegserkrankungen, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs. Dazu gehört auch, die Menschen über die Krankheit aufzuklären, für das Schicksal der Betroffenen zu sensibilisieren – und damit aktiv gegen Diskriminierung und Ausgrenzung vorzugehen.

Die Pharmaindustrie hat im Bereich der Psoriasis-Therapie in den vergangenen Jahren eine Reihe von Fortschritten gemacht. So sind inzwischen 15 systemische Arzneimittel gegen mittelschwere bis schwere Schuppenflechte zugelassen, die als Medikamente eingenommen, gespritzt oder per Infusion verabreicht werden. Studien zufolge können biologisch hergestellte Wirkstoffe, genannt Biologika, mittlerweile eine Verbesserung von 90 Prozent oder mehr erreichen. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Psoriasis-Medikamenten, die man lokal auf die Haut aufträgt. Wir bei UCB sind seit vielen Jahren mit der Erforschung der Krankheit beschäftigt, entwickeln Medikamente weiter und finden neue Wege, um die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Dazu zählt auch, dass wir die Bedürfnisse und Lebensumstände der Betroffenen in unsere Forschungsprozesse miteinschließen. Denn bei dieser Krankheit ist sehr wichtig, auch die seelische Verfassung mit zu berücksichtigen.

Ich bin sehr froh, dass der Welt-Psoriasis-Tag ins Leben gerufen wurde. Denn um die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern, müssen medizinischer Fortschritt und der Abbau von Vorurteilen Hand in Hand gehen. Dieser Tag ist jedes Jahr bestens dafür geeignet, um aufzuklären und für Verständnis zu sorgen.

*) https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/article/946138/welt-psoriasistag-2017-psoriasis-versorgung-ideen-deutschland-vorbild.html

**) Weiss SC, Kimball AB, Liewehr DJ, et al. Quantifying the harmful effect of psoriasis on health-related quality of life. J Am Acad Dermatol. 2002;47:512-518.


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