2019

Warum mehr Aufklärung über Psoriasis nötig ist

Inklusion ist ein Menschenrecht, festgeschrieben in der UN-Behindertenrechtskonvention. Seit dem 26. März 2009 gilt der internationale Vertrag verbindlich in Deutschland. Daraus ergibt sich die Verpflichtung, die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu fördern, zu schützen und zu gewährleisten. Dazu zählen auch Personen mit chronischen Erkrankungen.1 Doch aktuell werden Betroffene hierzulande noch immer ausgegrenzt. Das gilt insbesondere für Schuppenflechte-Patienten. Diese haben im Alltag häufig mit Diskriminierungen und Einsamkeit zu kämpfen. Das zeigt eine repräsentative Studie, für die das Marktforschungsinstitut Toluna im Auftrag von UCB Pharma 1.000 Deutsche ab 18 Jahren befragt hat.

Obwohl die Psoriasis genannte Krankheit nicht ansteckend ist, gehen nach Einschätzung der Befragten viele Menschen den Betroffenen aus dem Weg. So glauben acht von zehn Bundesbürgern, dass Erkrankte Probleme bei der Partnersuche haben. Auch das Knüpfen neuer privater Kontakte halten sieben von zehn Deutschen für schwierig. Und drei von zehn denken, dass Schuppenflechte eine Gefahr für bestehende Freundschaften ist.2

Ausgrenzung bei Partnersuche und im Alltag

Viele Befragte geben ganz offen zu, dass sie selbst zurückhaltend auf Menschen mit Psoriasis reagieren. Für jeden zehnten Bundesbürger käme eine Partnerschaft mit einem Betroffenen nicht infrage. Jeder Zweite wäre zumindest erstmal skeptisch. Frauen stört die Hautkrankheit nicht so sehr wie Männer. Während jede zweite Frau eine Beziehung mit jemand eingehen würde, der unter Psoriasis leidet, kann sich das nur jeder dritte Mann vorstellen.2

Die Vorbehalte gegenüber Psoriasis-Patienten sind auch im Alltag weit verbreitet. So müssen die Betroffenen häufig damit zurechtkommen, dass ihre Mitmenschen mit Abneigung auf ihre Krankheit reagieren. Das führt dazu, dass 46 Prozent der Befragten versuchen, Körperkontakt mit den Erkrankten zu vermeiden. 41 Prozent sagen, dass sie ihnen nur ungern die Hand geben würden. Außerdem würden 30 Prozent ihren Nachwuchs nur widerwillig mit anderen betroffenen Kindern spielen lassen. 63 Prozent lassen sich zwar zunächst nichts anmerken, aber waschen nach dem Treffen gründlich ihre Hände. Dem Großteil der Deutschen ist klar, dass dieses Verhalten nicht spurlos an den Patienten vorbeigeht. 88 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass der Leidensdruck durch die Reaktionen der Mitmenschen „sehr groß“ oder „groß“ ist.2

Aus meiner Sicht dürfen wir die Folgen dieser Ausgrenzung nicht ignorieren. Es ist nicht hinnehmbar, dass viele Patienten aufgrund von Vorurteilen und Unkenntnis über ihre Krankheit unter sozialen Nachteilen leiden müssen. Deshalb brauchen wir dringend mehr Aufklärung über Psoriasis. Die gesamte Gesellschaft ist gefordert, dass Deutschland bei der Inklusion der Betroffenen Fortschritte macht.     

 

Quellen:


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