2018

Mehr Offenheit bringt mehr Vertrauen

Den Menschen ins Boot holen – eine wichtige Aufgabe für unser Biopharma-Unternehmen.

Obwohl knapp die Hälfte der Deutschen regelmäßig Medikamente einnimmt und dadurch eine Verbesserung ihrer Lebensqualität erfährt, gerät die Pharmaindustrie immer wieder in die Kritik. Mangelnde Transparenz wird ihr vorgeworfen – und in der Folge unter anderem auch überteuerte Arzneimittel mit zweifelhaftem Nutzen. Gute Gründe für mich, heute über das Thema Offenheit nachzudenken. Denn, keine Frage, was undurchschaubar ist oder zumindest so wirkt, weckt negative Assoziationen.

Deutsche Kunden wünschen Transparenz

Kein Wunder also, dass die Mehrheit der Deutschen es wichtig findet, dass Pharmahersteller transparent über ihre Forschungsarbeit und deren Nutzen aufklären. Das ist das Ergebnis einer Studie, für die in unserem Auftrag zu Beginn des Jahres 1.000 Bundesbürger befragt wurden. Und obwohl zwei Drittel der Befragten den Pharmaunternehmen eine hohe Einsatzbereitschaft attestieren und acht von zehn Patienten mit täglicher Medikation eine erhöhte Lebensqualität verspüren, bleiben wir in Sachen Ansehen deutlich hinter anderen Branchen zurück – unter anderem hinter der Automobil- und der Luftfahrtindustrie. Immerhin 59 Prozent der Umfrageteilnehmer geben an, den deutschen Pharmaunternehmen zu vertrauen. Ich finde, in Zukunft sollten es noch mehr Deutsche sein – und wir können eine Menge dafür tun.

Es gilt, die Bevölkerung stärker ins Boot zu holen und für die Komplexität unserer Aufgaben zu sensibilisieren. 54 Prozent der Befragten finden es wichtig, dass Pharmafirmen hierzulande Forschung und Entwicklung betreiben. Ein guter Ansatzpunkt für eine klare Kommunikation. UCB informiert deshalb nicht nur Fachleute und Forscher über seine Aktivitäten, sondern auch Patienten und Interessierte. Als forschendes Biopharma-Unternehmen machen wir zudem auch unsere klinischen Studien öffentlich zugänglich. Wer will, kann darüber hinaus unter www.ucb.de/f-e einen weitreichenden Einblick in unsere Forschung gewinnen. Dennoch: Wie vielfältig unsere Arbeit ist, mit wie vielen Unwägbarkeiten wir zu kämpfen haben und welche enormen Kosten dabei entstehen – das ist für den unbefangenen Betrachter selbstverständlich nur schwer einzuschätzen.

Mehr Verständnis durch bessere Kommunikation

Denn, ganz klar: Ein Pharma-Unternehmen muss wirtschaften und den Aufwand für die Entwicklung von Arzneimitteln wieder hereinholen. Mir ist es deshalb wichtig, Patienten und Interessierten ein Gefühl dafür zu geben, wie aufwändig dieser Prozess wirklich ist. Welcher Anwender weiß, dass pro neuem Wirkstoff Kosten von bis zu 1,6 Milliarden US-Dollar anfallen? Darin enthalten sind insbesondere fehlgeschlagene Projekte, denn von 10.000 erforschten Substanzen kommen nur neun in die Erprobung und gerade einmal ein einziges erlangt tatsächlich Marktreife. Und die Kosten werden sich in Zukunft noch verdoppeln, denn moderne Medikamente sind Hightechprodukte, die immer neue Analyse- und Synthesetechniken, perfekt ausgestattete gentechnische Labors und hochqualifiziertes Personal erfordern. Schließlich dringen unsere Entwickler Jahr für Jahr in neue, wenig erforschte Gebiete ein.

Auch Zeit ist Geld: Die Wege bis zur Zulassung eines neuen Arzneimittels sind lang und wendungsreich. Bevor eine Substanz in die Erprobung geht, muss sie in der vorklinischen Entwicklung auf schädigende und toxische Wirkungen überprüft werden – ein Prozess, der durchschnittlich fünf Jahre dauert. Insgesamt können mehr als 13 Jahre ins Land gehen, bis ein Produkt wirklich marktreif ist. Dabei wird die Arzneimittelforschung in Deutschland fast ganz von privaten Unternehmen finanziert und findet ohne nennenswerte staatliche Unterstützung statt. Das macht das Engagement der forschenden Pharmaindustrie nach wie vor zum entscheidenden Faktor für den Fortschritt in der Medizin.*

Mein Fazit: Arzneimittelhersteller erbringen einen großen Teil der medizinischen Forschungsleistung und tragen damit wesentlich zur Verbesserung von Lebensqualität und Gesundheit bei. Und auch wenn unsere Studie ergeben hat, dass dieser Einsatz bereits anerkannt wird: Je besser die Menschen Sinn, Aufwand, Methoden und Erfolg der Arzneimittelforschung nachvollziehen können, um so positiver ist das Bild, das sie von der Branche haben. Oder, um es mit einfacheren Worten zu sagen: Wer mehr versteht, hat mehr Vertrauen.

*) Quelle: www.vfa.de, Die forschenden Pharma-Unternehmen, „So entsteht ein neues Medikament“
https://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/so-funktioniert-pharmaforschung/so-entsteht-ein-medikament.html

 


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