2019

Welt-Parkinson-Tag 2019: Neue Therapieansätze geben Hoffnung

Die Zahl der Parkinson-Patienten hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten weltweit mehr als verdoppelt. Waren es im Jahr 1990 noch 2,5 Millionen diagnostizierte Fälle, ist diese Zahl bis zum Jahr 2016 auf 6,1 Millionen Patienten angestiegen.* Als Hauptursache gilt die zunehmende Alterung der Bevölkerung. In Deutschland leben aktuell rund 400.000 Betroffene – im Jahr 2040 könnte es bereits 1,2 Millionen Erkrankungen geben. Neue Therapieansätze sind demnach wichtiger denn je. Vielversprechende Forschungen gibt es bereits.

Aktives Leben mit Parkinson möglich

Nach heutigem medizinischen Kenntnisstand ist Parkinson unheilbar. Daher ist die Diagnose für jeden Patienten ein Schock. Doch mit modernen Behandlungsverfahren und Medikamenten ist ein selbstbestimmtes Leben weiterhin möglich. Die Parkinson-Botschafter von UCB berichten, dass sie einen individuellen Weg gefunden haben, um mit der Krankheit umzugehen – und trotz allem zum Beispiel mit dem Fahrrad die Alpen überqueren.** Da das Krankheitsbild von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein kann, muss auch die Behandlung der Symptome genau auf den Betroffenen abgestimmt werden. Die Therapie setzt sich in der Regel aus der medikamentösen Behandlung, Krankengymnastik, Sprachübungen und psychologischer Beratung zusammen. Auch operative Eingriffe sind in einigen Fällen möglich.   

Vielversprechende Therapieansätze

Am Welt-Parkinson-Tag stehen vor allem Behandlungsmethoden im Vordergrund, die sich nicht nur auf die Linderung der Symptome konzentrieren, sondern auch die Ursachen der Krankheit bekämpfen wollen. Ein Ansatz sind bestimmte Antikörper, die den Patienten verabreicht werden, um die Ausbreitung des Eiweißstoffes α-Synuklein im Nervensystem zu verhindern, der maßgeblich an der Entstehung von Parkinson beteiligt ist. Aufgrund einer Fehlfaltung dieses Proteins kommt es zu Ablagerungen, die in der Folge zum Absterben der Nervenzellen führen. Die Antikörper sollen diesen Prozess verlangsamen oder im besten Fall sogar stoppen – und damit auch die Parkinson-Krankheit. Forscher haben die Verträglichkeit und Sicherheit solcher Antikörper bereits untersucht. Die Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen rechnet in frühestens zwei Jahren mit ersten Ergebnissen.*

Auch die Telemedizin könnte in Zukunft einen wichtigen Teil in der Behandlung von Parkinson-Patienten einnehmen. Besonders in Pflegeheimen sehen die Betroffenen zu selten einen Neurologen. Jeder Fünfte erhält aus diesem Grund keine Medikamente. Dabei sind gerade bei fortgeschrittener Erkrankung regelmäßige Arztbesuche wichtig, um die Medikation dem Krankheitsbild anzupassen. Videosprechstunden oder medizinische Wearables könnten insbesondere älteren Patienten, die nicht mehr so mobil sind, helfen, ihren Facharzt öfter zu kontaktieren.*

Gesund leben schützt vor Parkinson

Bevor der Wissenschaft der ganze große Wurf in der Ursachenbekämpfung der Parkinson-Krankheit gelingt, kann es noch einige Jahre dauern. Bis dahin gilt: Vorsorge ist die beste Medizin. Und die beginnt schon beim morgendlichen Gang zur Kaffeemaschine. Tatsächlich haben Studien gezeigt, dass das beliebteste Heißgetränk der Deutschen das Erkrankungsrisiko senkt. Dafür ist neben dem Koffein auch das ebenfalls im Kaffee enthaltene Molekül Eicosanoyl-5-Hydroxytryptamide (EHT) verantwortlich. Gemeinsam stärken sie die Aktivität des Enzyms Proteinphosphatase 2 (PP2A), welches die Zusammenballung und damit die Ablagerungen des α-Synukleins senkt. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie in Zukunft ausschließlich Kaffee trinken sollten. Zu hohe Mengen können gesundheitsschädlich sein und das Kreislaufsystem belasten.***

Noch besser als Kaffee hilft regelmäßige Bewegung verbunden mit einer gesunden Ernährung. Ärzte empfehlen mediterrane Kost mit Fisch, Gemüse und gesunden Ölen. Auch rote und blaue Beeren wie die Johannisbeere können den Ausbruch der Krankheit verhindern. Als wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung einer Parkinson-Erkrankung gelten nach wie vor körperliche und geistige Aktivitäten. Und auch im Falle einer Erkrankung ist es wichtig, in Bewegung zu bleiben. Damit aktivieren Sie ungenutzte Potenziale im Gehirn und können den Krankheitsverlauf verzögern.**** Sport regt den Energiestoffwechsel an, steigert Muskelkraft und Muskelmasse und verbessert die geistige Fitness und damit auch die Lebensqualität.

 

*) https://www.parkinson-gesellschaft.de/images/PDF/190401_PK_DPG_Welt-Parkinson-Tag.pdf

**) https://www.parkinson-aktuell.de/leben-mit-parkinson/erfahrungen-von-betroffenen-mit-parkinson

***) https://www.spektrum.de/news/wie-stoppt-kaffee-parkinson/1611744

****) https://www.swr.de/wissen/sport-hilft-parkinsonkranken/-/id=253126/did=21910174/nid=253126/s1oeek/index.html


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