2019

Vorsicht im Urlaub: Immer öfter stecken sich Urlauber bei Tieren an

Das Ansteckungsrisiko für eine Zoonose ist in vielen beliebten Urlaubsorten und Ländern mit geringen Hygienestandards sehr viel höher als in Deutschland. Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die wechselseitig zwischen Menschen und Tieren übertragen und durch Viren, Bakterien, Parasiten oder Prionen ausgelöst werden können. Die Forschung in der Pharmaindustrie hat hier in den letzten Jahren große Erfolge bei den unterschiedlichsten Infektionen vermelden können.

Mehr als 60 Prozent aller menschlichen Infektionskrankheiten, so Experten, sind heute bereits Zoonosen. Über die letzten 70 Jahre wurden über 300 zoonotische Erkrankungen beobachtet. Weltweit gehen mehr als 2,7 Millionen Todesfälle auf diese Art der Erkrankung zurück, so eine Studie der Innovative Medicines Initiative (IMI)1. Ein enormes Risiko für Mensch und Tier. Schon ein Kratzer einer streunenden Katze kann zu einer Bartonellose (Katzenkratzkrankheit) führen, ein dankbarer Welpe, der die Hände abschleckt, kann Bakterien aus dem Maul übertragen. Wunden können sich entzünden; es kann zu eitrigen Abszessen sowie Lymphknoten- und Knochenhautentzündungen kommen. Die Liste der möglichen Gefahren lässt sich beliebig fortführen.

Forschungsprojekte für die Gesundheit von Menschen und Tier

Vor fünf Jahren kam das Ebola-Virus nach Deutschland. Ein Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation WHO hatte sich in Sierra Leone mit dem Ebola-Virus infiziert, zehn Tage später kam er mit einem Spezialtransport nach Hamburg. Sechs Wochen kämpfte das Ärzte Team im Behandlungszentrum für hochansteckende Krankheiten (BZHI) des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf um das Leben des Mannes. Mit Erfolg – der Mann konnte das Krankenhaus lebend verlassen. Ebola hat eine etwa 80 Prozentige Mortalitätsrate. Zurzeit ist Ebola2 wieder vermehrt im Kongo ausgebrochen, hier wurde der internationale Gesundheitsnotstand ausgerufen. Ebola-Viren3 werden durch Tiere, vermutlich Fledermäuse, auf den Menschen übertragen. Aber auch die Übertragung der Viren durch Affen wird weiter untersucht.

Um den Verlauf von zoonotischen Erkrankungen zu studieren, die Wechselwirkungen zwischen Menschen und Tier zu verstehen, und um zoonotische Ausbrüche wie zum Beispiel die Schweinepest oder SARS vorherzusehen, wurde in der EU eine gemeinschaftliche Forschung in Form einer Partnerschaft initiiert. Die Innovative Medicines Initiative (IMI) der Europäischen Kommission und der Europäischen pharmazeutischen Industrie (EFPIA) forscht in gemeinsamen Projekten an neuen Impfstoffen und Medikamenten1.

IMI ist die weltweit größte öffentlich-private Partnerschaft im Bereich Life Sciences4. Das gesamte Budget beträgt für den Zeitraum von 2008 bis 2020 über fünf Milliarden Euro. Ein, wie ich finde, sehr wichtiger und richtiger Weg. Nur so schaffen wir es, auf mögliche gefährliche Ausbrüche der unterschiedlichen Zoonosen in der Zukunft schnell zu reagieren. Der Fall Ebola hat es gezeigt. In Rekordzeit wurde ein Impfstoff entwickelt der auch wirkt. In vier Zentren wurde intensiv geforscht, darunter auch am UKE in Hamburg5. Die Forschung, gerade auf der Seite der Pharmaindustrie, reduziert auch in der Zukunft das Risiko, dass sich Reisende in fremden Ländern mit schweren Infektionen anstecken.

 

  1. https://www.pharma-fakten.de/news/details/803-zapi-projekt-fuer-die-gesundheit-von-mensch-und-tier/
  2. https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/who-ruft-wegen-ebola-internationalen-gesundheitsnotstand-aus-a-1277832.html
  3. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ebola-virus-in-fledermaeusen-nachgewiesen/
  4. http://zapi-imi.eu/
  5. https://www.aerzteblatt.de/archiv/198908/Ebola-Impfstoff-Entwicklung-Im-Krisenfall-schnell-aber-mit-hohem-Sicherheitsanspruch

 


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