2018

Real World Evidence ist die Zukunft

Medizinisches Wissen aus klinischen Studien wird immer relevant sein. Doch mit der Digitalisierung des Gesundheitssystems gibt es nunmehr noch eine andere Methode, welche die Dauer der Gewinnung von gesundheitlichen Informationen verringert und gleichzeitig einen Einblick in den realen Behandlungsalltag während einer medikamentösen Therapie liefert. Die Patienten erfüllen hierbei nämlich nicht die Idealbedingungen, wie es bei einer klinischen Studie der Fall wäre, sondern die Gesundheitsdaten werden unter realen Alltagsbedingungen erhoben. Diese Daten werden daher auch Real World Evidence (RWE) genannt.

Dabei können die Quellen der Informationen variieren. Manche Werte stammen aus den Aufzeichnungen von Krankenkassen oder Krankenhäusern, andere aus öffentlichen Registern oder von sogenannten „Wearables“. Letztere sind zumeist Uhren, die durch das vorherige Eingeben von persönlichen Informationen dann beim Tragen eine Vielzahl von gesundheitlichen Informationen aufzeichnen.

Die gesammelten RWE-Daten werden dann auf individuelle Fragestellungen hin analysiert. Dieses Verfahren bietet Pharma-Unternehmen die Chance, auch Patienten mit Begleiterkrankungen oder zusätzlichen Medikamenten in ihre Datenerfassung mitaufzunehmen. Dadurch bekommt man einen viel breiteren Überblick über die Wirksamkeit und die Sicherheit seines Medikaments, selbst bei einfachen Studien.

Letztendlich ist Real World Data mittlerweile unabdingbar. Das Wissen ist nicht nur aus rein medizinischer Sicht hilfreich, sondern vielmehr gilt es mittlerweile als Basis für mehrere Akteure des Gesundheitssystems. Denn die Krankenkassen oder Ärzteverbände können so beispielsweise Versorgungslücken schließen oder die Patientenbetreuung verbessern.

Bei UCB gibt es momentan 12 Projekte in unseren drei Therapiebereichen – Bone, Immunology und Neurology – jeweils zu ganz unterschiedlichen Fragestellungen und mit ganz verschiedenen Patientengruppen. Die zeitliche Komponente variiert zwischen den einzelnen Projekten stark. Denn sie ist abhängig davon, ob es schon mit Beginn der Fragestellung verwendbare Daten gab oder ob diese eben erst noch erhoben werden müssen.

Die Vorteile von RWE-Forschung sind also nicht kleinzureden. Sie bietet die Möglichkeit, die reale Behandlungspraxis zu untersuchen und dadurch viele Informationen von Patienten, für Patienten gewinnen. Da viele Daten aus den genannten Quellen schon existieren, sind solche Projekte viel schneller umzusetzen und auszuwerten als vollwertige klinische Studien. Basierend auf diesen Erkenntnissen wird die Relevanz von RWE-Projekten in Zukunft weiterhin steigen.

 


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