2019

Gemeinsam stark – Firmen forschen zusammen für den Patienten

Die medizinische Forschung kostet Geld, eine Menge Geld. Um ein neues Medikament zu entwickeln, dauert es durchschnittlich 13 Jahre, so ein Bericht des Verbandes der forschenden Pharmaunternehmen1. Dafür arbeiten Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen – Chemiker, Mediziner und Pharmazeuten, intensiv zusammen. In zahlreichen Tests und Studien muss sich der neue Wirkstoff beweisen, potenzielle Nebenwirkungen und der konkrete Nutzen für den Patienten werden bei der Neuentwicklung analysiert. Die Einführung nur eines neuen Medikamentes kann bis zu zwei Milliarden US-Dollar kosten. Diese Kosten fallen auch dann an, wenn das Medikament am Ende nicht durch die Behörden zugelassen oder es wegen unzureichender Wirksamkeit eingestellt wird2.

Schon heute ist es üblich, dass sich forschende Pharmaunternehmen wie UCB die hohen Investitionskosten für neue Medikamente mit Kapitalgebern teilen. Doch UCB geht noch einen anderen Weg.

Im medizinisch-technischen Bereich entwickeln viele Start-ups weltweit neue Produkte, forschen an intelligenten Lösungen oder entdecken neue Wirkstoffe. Sie sind wichtig für den Markt und bringen weitere Innovationen für den Patienten. Darum halte ich es für sehr sinnvoll, mit ihnen zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu inspirieren. Oft versuchen die kleinen und wendigen Firmen, angetrieben von einem großen Enthusiasmus, einen sogenannten Exit. Darunter wird die Übernahme des Start-ups durch Investoren oder große kapitalstarke Firmen verstanden. Bei einer guten Bewertung ihres Unternehmens steigen die Gründer aus, verkaufen mit dem höchstmöglichen Gewinn3.

150 Millionen Euro für innovative Start-ups

UCB setzt sich dagegen für langfristige Investitionen ein. Deswegen wurde 2017 bei UCB der Kapitalfond „UCB Ventures“ mit einem Wert von 150 Millionen Euro aufgelegt. Wir fördern Start-up-Firmen, geben ihnen Kapital, um ihre Ideen weiter voran zu bringen. Eine für mich sehr sinnvolle Geldanlage. So haben wir uns gerade an einem Spin-off in Sheffield, Großbritannien, beteiligt. Die Firma „Rinri Therapeutics“ forscht an regenerativen Stammzellen zur Behandlung bei einem Hörverlust4. Über 90 Prozent der Fälle von Schwerhörigkeit entstehen durch eine Degeneration der Nerven- und Haarzellen im Innenohr.

Die WHO schätzt, dass derzeit mehr als fünf Prozent der Weltbevölkerung an Schwerhörigkeit leiden. Das betrifft alleine in Europa rund 34 Millionen Menschen. Sollte es gelingen das Gehör wiederherzustellen, wäre das ein großer Fortschritt für viele Patienten.

Auch an weiteren spannenden Entwicklungen hat sich „UCB Ventures“ bereits beteiligt5. Wie die Locana. Inc, die eine Plattform für die Suche nach defekten Genen aufbaut. Damit sollen weitere Behandlungsmöglichkeiten von schweren Krankheiten geschaffen werden.

Wir werden unsere Aktivitäten in Zukunft verstärken. Auch in Deutschland gibt es viele neue und vielversprechende Ideen im Bereich der medizinischen und pharmazeutischen Start-ups.

 

Quellen:

 

  1. https://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/so-funktioniert-pharmaforschung/so-entsteht-ein-medikament.html
  2. https://www.sciencemediacenter.de/alle-angebote/fact-sheet/details/news/arzneimittel-von-der-entwicklung-bis-zur-zulassung/
  3. https://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/exit?interstitial
  4. https://rinri-therapeutics.com/wp-content/uploads/2019/05/rinri-therapeutics-seed-funding-pr-200519.pdf
  5. https://www.ucbventures.com/

 

 

 

 

 

 


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