2018

Die Biotechnologie-Branche boomt

Der Bedarf an Arzneimitteln, die mithilfe von gentechnisch veränderten Organismen hergestellt werden, wächst. Nach Angaben des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller* waren 51 Prozent der im vergangenen Jahr in der Europäischen Union neu zugelassenen Medikamente sogenannte Biopharmazeutika – die auch wir bei UCB entwickeln. Damit war ihr Anteil bei den Zulassungen so hoch wie nie zuvor. Die steigende Bedeutung schlägt sich in den Umsatzzahlen nieder. So betrug im vergangenen Jahr der Anteil von Biopharmazeutika am deutschen Gesamtpharmamarkt 26 Prozent.

Ebenfalls im vergangenen Jahr standen 639 biotechnologisch hergestellte Medikamente vor der Zulassung und damit weit mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2005. Mit 257 Medikamenten in der Pipeline war die Onkologie im letzten Jahr das Anwendungsgebiet, für das Forscher die meisten biopharmazeutischen Wirkstoffe entwickelt haben. Dahinter folgten die Bereiche Immunologie mit 122 Projekten und Infektion mit 116 Projekten.

Die Erfolgsgeschichte geht weiter

Der Grundstein für die heutigen Erfolge der Biotechnologie-Branche wurde vor über 35 Jahren gelegt. Die Zulassung des ersten mittels Gentechnik hergestellten Biopharmazeutikums im Jahr 1982 erweist sich im Rückblick als Durchbruch. Dabei handelt es sich um das noch heute vielfach verwendete und weiterentwickelte Insulin. Es wurde aus gentechnisch veränderten Darmbakterien (E.coli) hergestellt. Dieser Schritt war sehr wichtig für den medizinischen Fortschritt, da die vorherige Methode, die Entnahme von Insulin aus den Bauspeicheldrüsen von Schweinen und Rindern, den weltweiten Bedarf nicht mehr decken konnte und zudem teuer war.

Auch in Zukunft bleibt die Entwicklung von Wirkstoffen für Stoffwechselerkrankungen eine wichtige Aufgabe. So wurden laut dem Verband der Chemischen Industrie** 2017 insgesamt 51 Biopharmazeutika zur Behandlung dieser Krankheiten zugelassen, davon mehr als die Hälfte zur Behandlung von Diabetes und elf zur Behandlung Iysosomaler Speicherkrankheiten.

Forschung und Entwicklung braucht innovationsfreundliche Rahmenbedingungen

Die Branche entwickelt sich insgesamt sehr positiv. Mit mehr als 7.500 Mitarbeitern auf der ganzen Welt bereiten wir die Markteinführung weiterer Medikamente vor, die das Potenzial haben, das Leben der Patienten verbessern zu können. So engagieren wir uns auch im Bereich der Epilepsie und der Knochenschwunderkrankungen (Osteoporose***). Osteoporose ist eine Krankheit, bei der die Knochenmasse kontinuierlich abnimmt. Infolgedessen wird der Knochen poröser und die Gefahr eines Knochenbruchs nimmt zu. Die Erkrankung kann für Patienten weitreichende Auswirkungen haben und zu schweren Beeinträchtigungen führen. Bei Osteoporose besteht ein hoher Bedarf für eine bessere Versorgung der Patienten, denn das Risiko von Knochenbrüchen in Folge ist hoch und kann durch eine adäquate Therapie deutlich verringert werden.

Damit Deutschland aber langfristig für die Biotechnologie-Branche attraktiv bleibt, sollten alle Beteiligten im Gesundheitssystem an einem Strang ziehen. Im internationalen Wettbewerb sind für erfolgreiche Forschung und Entwicklung Standorte mit innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen notwendig. Deshalb wäre hierzulande die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung sinnvoll, die es in anderen Industrieländern bereits gibt. Wenn Biopharmazeutika angemessen bewertet und honoriert werden, nutzt das den Patienten, der Gesellschaft und dem Standort Deutschland.

*          https://www.vfa-bio.de/vb-de/vb-presse/vb-pressemitteilungen/presse-biotech-2018.html

**         https://www.vci.de/themen/life-sciences/biopharmazeutika-weiter-im-aufschwung-report-medizinische-biotechnologie-deutschland-2018.jsp

***        https://www.ucb.de/medien/ucb-storys/detail/a/Fakten-zur-Osteoporose-Mehr-als-nur-gebrochene-Knochen


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